Augen      Burschen      Eis      Fussstapfen      gefroren      Gesicht      Grossmutter      hundert      Karfreitagsnacht      Klingen      Lauiberg      Mondlicht      Nebel      Nebelchen      redete      Ruf      Rufen      Traurig      Ufer      unheimlich      Verlangen      Vollmondnächten      Zeit      zugefroren  
Unter dem beim Sihlseeli gibt es ein dreifaches Echo. Einige Leute wollen es schon vierfach gehört haben. Alle Jahre soll sich dort das Echo zeigen, wenn man es in der anrufe. Jener, der es zu erlösen vermöge, werde reich.
Vor langer ging ein kräftiger Bursche vom Charenboden in Unteriberg am Karfreitag bei Nacht und hinauf zum Lauiberg. Er hatte plötzlich ein grosses verspürt, das Echo am geheimnisvollen Lauiberg zu sehen, wusste aber nicht warum. Berg und Tal waren tief verschneit, der Schnee aber gefroren. Um Mitternacht stand der Bursche am düstern Sihlseeli, das zu seiner Verwunderung aber nicht war. Obwohl es ihm ein wenig war, rief er dennoch mit lauter Stimme: „Im Namen Gottes, Echo, zeige dich!“
Dreimal widerhallte der kaum vernehmbar von den Ausläufern des Lauiberges. Es zeigte sich aber nichts. Erst beim dritten kam das Echo stark und deutlich zurück, als ob jemand neben ihm die Worte wiederholt hätte. Gleichzeitig löste sich aus einer Rinne am Abhang auf der andern Seite des Sees ein weisses , das kurz darauf über das Seeli zu ihm heranschwebte.
Plötzlich sah er, wie es sich langsam in ein weisses Gewand verwandelte. Im hellen tauchte bald deutlich ein wunderschönes, aber bleiches aus den weissen Gewändern auf, das ihm zulächelte. Wie es immer näher kam, leuchteten seine langen Haare wie reines Gold. Der Bursche sank halbtot vor Grausen in die Knie, verdeckte die und rief: „Jesus Maria!“
Der Hilferuf des widerhallte auch jetzt dreimal unsäglich traurig vom See her. Als er wieder aufschaute, gewahrte er nur noch ein weisses Nebelchen, das sich am andern in der Bergrinne schon wieder auflöste. In der Mitte des Seeleins waren aber auf dem dunklen Wasser hellleuchtende goldene zu sehen, die zweireihig ins Gelände hinüber führten. Nun überkam ihn ein fürchterliches Heimweh nach dem Echo. Es reite ihn bitter, dass er nicht still gewartet hatte. Er hätte das Echo gewiss erlösen und den Schatz im Lauiberg gewinnen können. ging er nach Hause.
Trotz aller Warnungen seiner ging der Bursche noch zweimal in der Karfreitagsnacht auf den Lauiberg, denn er konnte das Echo nicht mehr vergessen. Es zeigte sich aber nie mehr.
Als er ein drittes Mal hinaufstieg, war der Bergsee und die seltsamen goldenen Fusstritte auf der Eisschicht sichtbar. Er trat in die goldenen Fussstapfen und kam so beinahe ans andere Ufer. Dort tauchte in der Bergrinne das weisse Nebelchen wieder auf. Er schaute hinauf und hörte ein feines . Er hastete vorwärts und glaubte, etwas Goldenes in der Bergrinne zu sehen. Plötzlich verschwand das unter seinen Füssen, und es versank nahe am Ufer in der dunklen Flut.
Wie er sich retten konnte, weiss kein Mensch. Auch er vermochte sich nicht zu erinnern, denn seit jener Nacht war er nicht mehr recht im Kopf und auch kein Wort mehr. Nur in sei er jeweils ans Fenster getreten und habe „Im Namen Gottes, Echo, zeige dich!“ gerufen.
Bis auf den heutigen Tag kann man in hellen Nächten die goldenen Fusstritte des Bergechos auf dem Sihlseeli noch sehen.